Die Fremde Teil 2

April 11, 2019

Die Fremde war ein Teil von mir und ein Teil den ich überhaupt nicht leiden konnte.

Denn wer war sie? Ich kannte sie nicht.

Ich kannte mich nicht.

Doch wie sollte es weiter gehen?! 

Ich konnte nicht einfach davonrennen, es war nichts was ich von mir stoßen konnte.

Also musste ich mich kennelernen.

 

 

 

 

 

 

Mit der Zeit versuchte ich diese Person kennenzulernen und die ganze Situation zu aktzeptieren.

Ich fing an mich ganz ok zu finden, weit weg von gut, aber immerhin schon ein ein bisschen besser.

 

Ich versuchte mich so unaufällig wie möglich zu verhalten.

Ging ganz normal zu meinen Jobs und tat als seie alles okay.

 

Ich weiss, dass es damals keiner mitbekommen hat, zumindest nicht das ich nicht wusste wer ich bin.

Und ich bin mir sicher, dass wenn dies einer liest der mich kennt... warscheinlich erstmal ziemlich geschockt sein wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich hatte damals einen Freund, mit dem ich schon eine ganze weile zusammen war.

Doch auch wenn man glauben sollte, es tat mir gut nicht allein zu sein.

War es eher erschwerend.

Er konnte mich und das ganze nicht verstehen ( was mir heute natürlich völlig klar ist)

 

Ich fühlte mich sowieso schon schlecht und musste mich ständig erklären,

- warum ich abwesend bin?

- warum ich das nicht kontrolieren kann? ( das geht nun mal leider nicht, das gehirn ist der Herr über uns)

u.s.w

 

Das ganze machte mir solche Angst und stresste mich ungemein, sodass ich mich oft bei den kleinsten Disskusionen mit ihm nicht mehr einkriegte und völlig fremd meines normalen Ichs ausflippte.

 

Wir stritten uns irgendwann täglich und der ganze Druck war kaum mehr auszuhalten.

Ich sah keinen Ausweg und die Beziehung zog mich Emotional immer weiter in ein Loch.

 

Ich erwartete von ihm verständnis für mich aufzubringen...Doch er war genervt, gestresst von der Abeit und hatte keinerlei Energie mich ständig so zu sehen.

( damals verstand ich das natürlich nicht. Heute ist mir klar, dass es nicht fair von mir war von ihm zu erwarten, dass er sich in meine Lage hineinversetzten konnte. Wie auch? )

 

Doch als ich dachte es könnte nicht schlimmer werden, wachte ich eines Nachts auf und wusste nicht wo ich bin.

 

Ich erkannte das Zimmer nicht und mir war nicht klar in meinem eigenen Schlafzimmer zu liegen.

Tränen liefen meine Wange runter und ich war wie in einer Schockstarre.

Ich starrte ins leere und meine Augen wanderten im Zimmer herum.

 

Nach einer Weile stieg ich aus dem Bett und lief in den Flur.

In meinem Kopf schwirrten immer die selben Fragen... 

Wo bin ich ? Ist das mein Zuhause? Wo bin ich nur?

 

Ich wusste mir nicht zu helfen und griff zu meinem Tagebuch.

( das legte ich mir irgendwann zu um festzuhalten, was ich vergessen könnte)

Ich brauchte eine Weile bis ich mich selbst beruhigen konnte und schrieb drauf los.

Meine Emotionen sprudelten nur so aus mir raus.

 

Am Morgen sprach ich mit meinem damaligen Freund über das was in der Nacht passiert war.

Anstatt mir richtig zu zuhören brachte er mir Desintresse und einen genervten Blick entgegen.

 

Das löste in mir soviel Schmerz und Traurigkeit aus, dass ich mich immer weiter von ihm distanzierte.

Irgendwann war es soweit, dass wir nach einigen Wochen nur noch unter einem Dach lebten, aber eigentlich jeder sein eigenes Leben führte.

 

Und das obwohl wir beide noch an eine gemeinsame Zukunft dachten, aber einfach beide keine Kraft mehr hatten.

 

Das gab mir die Zeit, mehr Zeit für mich und das eigene kennenlernen zu haben.

 

Fortsetzung folgt

 

XoXo Naila

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