Auf weiter Reise mit den Katzen

Als ich vor fast 3 Jahren mit meinem Partner zusammen kam, waren seine Hauskatzen 14 Jahre alt.

Beide Katzen waren ganz ruhige und entspannte Wesen.

Das Weibchen war 24/7 zum kuscheln bereit und brauchte nichts mehr wie einen Mensch an Ihrer Seite.

Er hingegen war gerne für sich und sah uns lieber aus der Nähe zu, als gemeinsam kuschelnd auf dem Sofa zu sitzen.

Nach dem Tod seiner Schwester veränderte sich sein Charakter um 180°, plötzlich suchte er die Nähe zu uns und man sah ihm an wie einsam er war.

Uns brach es das Herz ihn so traurig zu sehen und so entschieden wir uns dazu ihm eine neue Partnerin zu finden.

Nach monatelanger suche und den ständigen Absagen mit der Begründung "Wir geben unsere Katzen nicht an Haushalte mit einem solch altem Tier ab" hatte ich die Hoffnung schon fast aufgegeben.

Doch dann fand ich SIE und war überglücklich als wir uns die Kleine anschauen und mitnehmen durften.

Zuhause mit ihr angekommen, war der Start leider anders als gehofft und erwartet.




Wir zweifelten schon an unserer Entscheidung, die wir eigentlich nur für ihn getroffen hatten.

Ein paar Tage vergingen, bevor sie anfingen sich heiß und innig zu lieben.






Da Sie (Elfi) die "Hunderasse" unter den Katzen ist, wollte ich Sie nicht rein als Hauskatze halten (davon ab, bin auch eigentlich kein Fan von reiner Haushaltung) und mit ihr draußen spazieren gehen.

Mein Partner fand die Idee erst nicht ganz so berauschend, aber ich überzeugte ihn davon.

Für mich war sofort klar, dass unser Kater (Pascha) ebenfalls mit uns rauskommen wird.

Als ich meinem Partner versuchte das verständlich zu machen, schüttelte er nur den Kopf und sagte "Er ist mittlerweile 15 Jahre und war noch nie draußen, außer auf unserem Balkon. Das wird in überfordern und ich weiss nicht ob ihm das gut tun wird."


Naja bei mir ist es aber nun mal so, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, wird es umgesetzt.

Unser erster Ausflug in die große weite Welt, war auf einer Wiese direkt vor dem Haus in dem wir leben.

Die damals kleine Elfi war sofort Feuer und Flamme und rannte wie wild um ihren geliebten Pascha herum, der ebenfalls mit aufgerissenen Augen kaum glauben konnte in wieviel Katzengras (Wiese) er saß.

Man sah ihm an wie ihn das Ungewohnte neue Freude brachte und das er sich nicht von den ganzen Eindrücken beängstigt fühlte.



Mein Partner konnte es kaum glauben.

Ich kann mich selbst jetzt beim schreiben (und das liegt nun schon zwei Jahre zurück) an seinen Blick erinnern.


Wir schworen uns, dass wir regelmäßig mit den Katzen rausgehen würden.

Das taten wir, einen ganzen Monat lang, denn dann stand schon unser Jahresurlaub vor der Tür und wieder einmal entschieden wir uns für was neues...


- Wohnmobil Urlaub mit den Katzen. -



Ob es funktionieren würde, war uns natürlich nicht klar, da man bei Katzen sagt "Katzen brauchen ihre gewohnte Umgebung". Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.


Wir bereiteten uns auf den Urlaub vor und je näher der Urlaub kam, je nervöser wurde mein Partner.

Er war sich über die Entscheidung die wir getroffen hatten sehr unsicher und ich glaube, wenn ich nicht so standhaft geblieben wäre, hätten wir die Katzen nicht mitgenommen.


Als wir das Wohnmobil von der Vermietung abholten, durften die zwei sich erstmal eine Weile umschauen bevor wir uns auf die Straße begaben.


Die Zwei waren neugierig und sicherlich die ersten Stunden etwas verwirrt, warum ihr derzeitiges Zuhause sich bewegt, aber sie wirkten dennoch sehr entspannt und plötzlich passierte etwas, was mein Partner in 15 Jahren nicht erlebt hatte.



Pascha schrie mich an während er zu mir aufschaute und wollte freiwillig auf meinem Schoß sitzen.

Dort blieb er stundenlang und schaute aus dem Fenster.









Natürlich blieb es nicht bei einem Besucher auf meinem Schoß, am Ende lagen sie beide auf meinen Beinen und schauten in die Ferne.







 

Hater würden mich jetzt verurteilen und sagen "wie kannst du das den armen Katzen nur antun? Er lag nur auf deinem Schoß weil er Panik hatte."


Ich kann dazu nur sagen "Ich habe unseren Kater keinen Tag glücklicher und aufgeweckter gesehen, als seit dem Tag unserer Reise in die Toskana"

 

Während unserer ersten gemeinsam Reise gab es immer mal Momente, in denen wir Panik hatten, wie zB. was passieren würde, wenn wir die Tür auflassen oder ob sie uns wegrennen würden.

Doch all unsere Ängste und Gedanken blieben Gedanken und nichts davon trat ein.


Der Urlaub mit den beiden Katzen war einer meiner schönsten Urlaube.

Die beiden haben einfach alles mit uns zusammen gemacht.


Gemeinsam mit den beiden in einem Rucksack (extra für Katzen), fuhren wir in der Toskana auf E-Rollern umher und schauten uns die Landschaft an.

Die beiden steckten Ihre Köpfe raus, als würden sie sich alles ganz genau anschauen und in sich aufsaugen.



Bei kleineren Wanderungen durften die beiden uns im Rucksack begleiten, ansonsten war es auch kein Problem die beiden für 2-3 Stunden im Wohnmobil allein zu lassen.

Die Zwei legten sich schlafen und lagen bei unserer Rückkehr in der selben Position in Ihrem Bett , in der sie bei Beginn unserer Wanderung lagen.



Jeder einzelne Tag war vollgepackt mit neuen Eindrücken und spannenden Erlebnissen.

An einem Tag lernten die beiden das erste mal in Ihrem Leben (nach Ihren Geschwistern) andere Katzen kennen, am nächsten Tag rannten Sie über die Wiese, aber immer in einem Radius von max. 30 m.







Pascha veränderte sich während des Urlaubs immer mehr zum Positiven.

Er war wie ausgewechselt.

Anstatt rund um die Uhr zu schlafen und sich lediglich zum Essen oder um sich zu entleeren aus dem Bett zu bewegen, schaute er ständig aus der offenen Wohnmobiltür, roch in die Luft und bewegte sich immer mal wieder aus dem Auto um ein, zwei runden ums Wohnmobil zu laufen und die Lage abzuchecken.

Er wirkte viel wacher und aufmerksamer als sonst.




Den Beiden tat der Urlaub sehr gut und die Verbindung zueinander wurde täglich inniger.

Pascha wirkte von Tag zu Tag jugendlicher und aufgeweckter. Man merkte ihm deutlich an, dass ihm die neuen Eindrücke gut taten.

Draußen wuselte Sie um ihn rum und machte ihm alles nach.dabei lernte er genauso viel von ihr, wie sie von ihm.


Der einzige Unterschied zwischen beiden, Sie liebt und fühlt sich wohl in der Dunkelheit, wogegen er, als alter Mann, den Tag und die Helligkeit bevorzugt.


Wir hatten beiden vor dem Urlaub ein Halsband und Leine gekauft, gebraucht hatten wir die Sachen allerdings nicht ein einziges mal.

Beide blieben immer in unserer Nähe und wenn es an dem ein oder anderen Campingplatz etwas voller war, blieben Sie einfach nur im Türrahmen sitzen oder liefen unter dem Wohnwagen hin und her bevor Sie freiwillig den weg ins Wohnmobil nahmen.






Um den Urlaub abzurunden, wollten wir den Beiden noch das Meer zeigen und so verbrachten wir zwei Nächte an einem Campingplatz direkt am Meer.

Der Campingplatz war wunderschön, sehr gepflegt und mit direktem Zugang zum Strand.


Nach dem ersten Versuch mit den beiden zum Strand zu gehen, mussten wir sofort umkehren, da Elfi

panische Angst vor den Geräuschen der Wellen und dem Wasser hatte.


Wir ließen die Kleine im Wohnmobil zurück, um sich von der Panik zu erholen und sich in ihr Körbchen zu legen.


Zweiter Versuch! Am Strand angekommen ließ ich Pascha vom Arm, einen kurzen Moment verweilte er starr im Sand bevor er sich neugierig umschaute.

Obwohl er schon so alt war und all das nicht kannte, war er tiefenentspannt und gemeinsam saßen wir eine halbe Stunde in der Sonne und entspannten unter den letzten warmen Sonnenmomenten in dem Jahr.







Nach dem Urlaub waren die beiden viel lebendiger und vor allem Pascha war wieder wie ein junger Kater.

Für uns beide war klar, dass wird nicht der letzte Urlaub mit den beiden gewesen sein und so stand fest, dass wir unseren Jahresurlaub im Folgejahr wieder mit unseren Katzen verbringen werden.



In der Zwischenzeit übten wir fleißig Kommandos und das Spazieren gehen.




*Da unser Pascha nicht mehr der Jüngste und zu Fuß ziemlich langsam ist, kann er bei den Spaziergängen nur noch im Rucksack mitkommen. Bei den Picknick pausen darf er dann raus und ein bisschen auf der Wiese rumlaufen.

Dafür liebt er Autofahrten und dabei aus dem Fenster zu schauen, wie Ihr sehen könnt.








Viele von Euch haben mich gefragt oder fragen mich immer wieder.....


"Wie ist das möglich? Hattet ihr keine Angst?"


Ich kann da nur sagen


"Probiert es mit einer Leine aus und ihr werdet sehen ob eure Katzen mitmachen. Ich hatte auch ein bisschen Angst, aber man sollte es einfach versuchen."