Generation Fake-World

Ich schreibe für mein Leben gern.

Ob ich es kann oder nicht, bleibt dem Leser überlassen.


Als Kind und im Jugendalter habe ich viel geschrieben und aufs Blatt Papier gebracht.

Schon immer hatte ich Interesse an allen möglichen Dingen und um sie mit meinen Worten verständlich zu machen schrieb ich.

Ich machte mir schon früh viele Gedanken über richtig oder falsch, über die Welt und ihre Bewohner u.v.m.

Es gab soviel auf das ich keine Antwort bekam, so vieles das ich nicht verstand oder nachvollziehen konnte.

Ich dachte über Dinge nach, über die man sich in meinem damaligen Alter keine Gedanken machen sollte.

Mit Gleichaltrigen konnte ich mich damals nicht darüber austauschen.

Zuhause war der Intellekt zu niedrig um über Solche Themen die mir damals im Kopf schwebten einen Austausch anzustreben.

Mit der Zeit fühlte ich mich immer einsamer, aber vor allem anders.

Ich war da und doch war ich für meine Mitmenschen unsichtbar.

Es war nicht so, dass ich zu den Außenseitern gehörte, aber gesehen wurde ich auch nicht.

Ich war unauffällig, nicht besonders gekleidet oder entsprach dem damaligen Schönheitsideal (Blondes langes Haar und blauen Augen). Ich war einfach der Langweilige Typ, der von niemandem wahrgenommen wurde.

Irgendwann dachte ich mich anpassen zu müssen.

Anstatt meiner Wissbegierde nachzukommen, legte ich den Teil von mir ab.

Ich wollte so sein wie alle anderen, freunde haben und ein Teil des ganzen sein.

Da sich zuhause sowieso niemand um meine Schulbildung bemühte, achtete ich nicht auf meine Noten sondern konzentrierte mich darauf die Mitschüler im Unterricht zu unterhalten.

Die Noten gingen in den Keller, aber ich war nicht mehr unsichtbar und wurde von meinen Mitschülern wahrgenommen.


Um es kurz zu machen....


Ich erschwerte mir selbst meinen Werdegang um das erreichen zu können, was ich heute geschafft habe.

Nur um den anderen zu gefallen und wahrgenommen zu werden.

Ich hatte damals nicht das Glück aus einem kultivierten Zuhause zu kommen oder regelmäßig neue Kleidung zu tragen.

Ich war einfach wer ich war.

Zwar von niemanden wahrgenommen dennoch zufrieden, bis der Drang der Zugehörigkeit in mir aufkam.

Ich denke, dass es vielen jungen Menschen so geht.

Vor allem in der Entwicklung- und Selbstfindungs-Phase.

Doch in meiner Generation (heute bin ich 34 Jahre alt) sah man einander wenigstens noch in die Augen und nahm seinen Gegenüber als lebendigen Menschen war.

Heute ist das alles anders.

Anstatt sich auf der Straße zu treffen, miteinander zu spielen oder einfach nur zu reden, schreibt man sich im Internet.

Es wird nicht mehr einfach rausgegangen und bei seiner Freundin/ seinem Freund an der Haustür geklingelt um sich zu treffen.

Termine müssen vorher via WhatsApp vereinbart werden.

Heute geht es nicht mehr einzig und allein um die Kleidung oder den Wohlstand den die Eltern besitzen.

Es geht um Follower-zahlen, es geht um Trends denen man ohne wenn und aber Folge zu leisten hat.

Meinungen sind kaum mehr eigenständig vertreten, da sie einem förmlich (in den sozialen Medien) aufgedrängt werden.

Möchte man dazugehören und ein Teil des ganzen sein, sollte man der "Norm" folgen, denn eigene Meinungen sind schlichtweg nicht erwünscht.

Es ist auffällig wie selten ich noch auf junge Menschen mit eigener Meinung und eigener Wahrnehmung antreffe.


Ich habe in den letzten Monaten noch bewusster als zuvor hingesehen, zugehört und jungen Menschen bewusste Fragen gestellt.

Nicht um sie zu belehren, sondern das Leben der Kinder und jungen Menschen zu verstehen.


Es ist erstaunlich was dieser Wandel mit den jungen Menschen macht bzw. welche Veränderung ihres seins dadurch entstehen.


Diejenigen die dies schon hinter sich haben, wissen wie schwer die Pubertät und Entwicklungsphase auch ohne dieses schnelllebige Sozial Media war.

Stellt euch mal vor, wie schlimm diese Zeit heute sein mag.


Als ich in der Pubertät war, gab es keine sozialen Medien.

Das einzige was es bei uns gab, war ICQ ( ich erinner mich heute noch an diesen seltsamen Ton bei Empfang einer Nachricht.)

Jedesmal wenn ich mich heimlich in den Keller schlich, um dort im Büro heimlich an den Pc zu gehen und mein ICQ zu öffnen, in der Hoffnung einen meiner Schulkameraden online anzutreffen. Ertönte beim Log in ins Internet ein lautes Rauschen,Knirschen und Piepsen.

Heute schleicht sich niemand mehr an den Pc seiner Eltern, den jeder hat ein eigenes Handy mit Zugang zum Internet.

Sicherlich hat dies aus Elterlicher Sicht auch einige Vorteile, meiner Meinung aber überwiegen die Negativen Seiten eines solchen Wandels.

Heutzutage öffnet man Problemlos Instagram, TikTok (dafür bin sogar ich schon zu alt) und sieht nur noch vermeintlich "perfekte Menschen" mit einer "perfekten Optik" einem "perfekten Leben" und dem "Traum-Partner".

Lasst euch gesagt sein: "Im realen Leben gibt es kein perfekt."

Jeder von uns hat mal Pickel, jeder wird irgendwann älter und an Bindegewebsschwäche oder Alterserscheinungen leiden.

Nicht jeder von uns wird den richtigen Partner für sich finden, aber das liegt wohl eher daran das viele diesem Traum hinterher jagen, den "perfekten Partner" zu finden.

All denjenigen Wünsche ich viel Erfolg bei der nicht endenden Suche ins Erfolglose.

Es gibt nicht "den perfekten" Partner, da es keinen perfekten Menschen gibt.

Sind wir es denn selbst?

Die dauernde Suche und das Vergleichen macht uns blind für das wahre.

Aber das ist ein anderes Thema.


Was ist das "perfekte Leben" nach dem wir streben?

Ist es das, was wir in den Sozialen Medien sehen?

Das perfekte Traumpaar, dass überall in der Welt herum reist, einen auf super glücklich macht aber sich eigentlich nirgends richtig zuhause fühlt?


Ist es die Happy-Mommy Fraktion von denen keiner, Dehnungsstreifen, keiner Augenränder, ausgefallene Haare oder nach der Schwangerschaft Probleme mit ihren Körpern hat?

Jede Mutter oder die jenigen die es noch werden wollen, sollten lernen sich nicht mit diesen falschen Darstellungen zu vergleichen.

Es wird immer Mamas geben, denen es leichter fällt ihr Gewicht nach der Schwangerschaft zu verlieren oder das Glück besitzen, ein ruhiges Kind zur Welt gebracht zu haben.

Die Mehrheit dennoch muss erst einmal mit der neuen Situation zuhause klar kommen und leidet unter Schlafentzug. "Augenränder sind also vollkommen normal und legitim"


Oder... ist das "perfekte Leben" ein Leben als Influencer/in ?

Sicherlich ist dies eine Zeitlang total attraktiv (sofern man erfolgreich ist).

Es werden einem Geschenke zugesandt, ebenso erhält ein/e erfolgreiche/r Influencer/in Konzerttickets, Festivaltickets, Reisen u.v.m umsonst.

Erschöpft, traurig, krank, depressiv Verstimmt und wütend darf man allerdings in der perfekt dargestellten Medialen Welt nicht sein, ehe man einen Shitstorm erntet und negative Kommentare unter seinen Beiträgen findet.

HAPPY...HAPPY...HAPPY sein bis einem alles über den Kopf wächst, nicht mehr man selbst ist und in die große weite Welt der Vergessenheit gerät.


All diese Dinge, all diese Ideale, verwirren nicht nur junge Menschen sondern auch all die jenigen die viel Ihrer kostbaren Zeit auf Sozialen Plattformen herumschwirren um ihre "Langeweile" herum zukriegen.


Was aber stattdessen passiert, ist das rauben des Selbstbewusstseins durch falsche Vorgaben und Ideale.

Dies wird vor allem bei jungen Menschen zu einem schwer wiegenden Problem, bei der Entwicklung und der Selbstfindung.

Sie haben keinen Raum mehr um sich und ihr Ich zu finden.


Das Thema - Eigene Sexualität

wird heute noch mehr hinterfragt als je zuvor.

Junge Menschen testen sich aus, denken über dies und jenes nach.

In den letzten Jahren haben diese Themen und Gedanken stark zu genommen.


Woran liegt das?


Sehr viele junge Menschen sind durch die ganzen Informationsquellen, der Zugang zum uneingeschränkten Nutzen der Medien, den derzeitigen Idealen und Vorgaben durch Politik, Lehrern etc so overloaded, dass sie nicht mehr zwischen was will ich, wer bin ich und was ist richtig entscheiden können.

Sie suchen im Internet hilfesuchend nach Antworten und werden somit nur noch unsicherer.


Wie wir mittlerweile Wissen sollten, werden uns Mediale Information durch den Algorithmus nach Suche empfohlen und angezeigt.

Suchen wir also regelmäßig nach den selben oder ähnlichen Dingen, bekommen wir nur noch solch gefilterte Informationen.

Diese gefilterten Suchergebnisse erschweren uns allen unser Denken und lenken uns in eine evtl. falsche Richtung bzw. helfen uns nicht bei unserer eigentlichen Suche.


Einige junge Menschen wissen nicht mehr ob sie ihrem Gender zugeordneten Körper entsprechen.

Sie besitzen kein Gefühl mehr zu sich und ihrem Körper.


Ich habe in den letzten Wochen einige Beispiele erzählt bekommen, auch von den Personen direkt.


"Hier zumindest ein gutes - Ihr seit nicht allein mit euren Gefühlen."


Ich möchte euch zwei Beispiele nennen.


Bsp.1: Geboren in einem weiblich ausgestatteten Körper, weiss sie nicht wonach sie sich eigentlich fühlt.

Ist sie eine Frau, ist sie ein Mann oder ist sie ein Mensch ohne Gender Zugehörigkeit?

Liebt sie Frauen oder liebt sie Männer.

Wo wird sie sich hingezogen fühlen, wenn sie weiss wonach sie sich selber fühlt?



Bsp.2: Als Junge geboren ist er sich seiner Gender Zugehörigkeit bewusst, dennoch fragt er sich ob es

normal ist Interesse an Mädchen in seinem alter zu haben.

Seit einigen Jahren interessiert er sich schon für Anime, Mangas und eigentlich alles was aus Asien

kommt. Das in den Serien eigentlich nur Männer mit einer Androgynen Optik mitspielten fand er

Anfangs ungewöhnlich, legte den Gedanken aber ziemlich schnell beiseite.

Schnell empfand er dies als normal. Das sich dort nur Männer küssten und in den Armen lagen wurde

ebenfalls nicht hinterfragt, da es für ihn normal war.


Mit erschrecken muss ich feststellen, dass immer mehr junge Menschen unter Depressionen leiden.

Sie fühlen sich hilflos, verloren im eigenen Ich und können richtig und falsch nicht mehr unterscheiden.

Es werden falsche Werte vermittelt .

Ausserdem werden Ihnen durch die Politik, den Lehrern und auch den Eltern Vorgaben und Regeln auferlegt, denen sie Folge zu leisten haben.

Durch die Regeln und die Angst etwas falsches zu machen, wird ihnen das sich entwickelnde Selbstbewusstsein genommen, bevor es sich richtig entwickeln kann.



Ein weiteres wichtiges Thema - Plastische Eingriffe und Filler.


Am Ende eines jeden Tages, muss es jeder für sich selbst entscheiden.


Ich halte es allerdings für mehr als bedenklich, wenn junge Menschen (vor allem Frauen) diesem Social media vorgegebenem Ideal entsprechen wollen.

Sie haben kaum die Chance sich dem Thema zu entziehen, da es heutzutage völlig normal ist sich unters Messer zu legen und mittlerweile schon dazu gehört.


Früher hieß es :" Wie bitte? Du hast etwas an dir machen lassen?"


Heute heißt es :" Was? Du hast noch nichts an dir machen lassen? Nicht dein ernst! Ich habe Botox in der Stirn, Hyaluron in den Lippen und mir Cateyes machen lassen."


Man siehe...leichte Veränderung der Zeit und deren Ideale.


Es schockiert mich und macht mich zu dem sehr traurig.

Traurig, dass sich die wichtigste Phase eines jungen Menschen heutzutage als so schwer gestaltet.

Umso wichtiger ist es, den jungen Menschen klar zu machen, wie wichtig Individualität ist.

Sie müssen erkennen, dass sie so wie sie sind schön und einzigartig sind.

Sie sollten lernen sich selbst zu finden (auch wenn es schwer fällt.), denn nur so werden sie irgendwann glücklich sein und ihr "perfektes Leben" führen können.





Post it!


Denk immer dran, du bist einzigartig!

Mit eigenen Ecken und Kanten.

Du hast einen eigenen Kopf, denn du nach belieben füllen kannst.

Das was heute als Ideal gilt, wird nicht für immer das Ideal sein.


Früher trugen Frauen Dauerwellen und Männer Vokuhila auf dem Kopf.

Heute graut es jedem, der diesem damaligen Schönheitsideal nachgeeifert ist.

Doch die heutigen Schönheitsideale lassen sich nicht so einfach Rückgängig machen.



Think about it!




Auch ich habe irgendwann zurück zu mir selbst gefunden, schreibe wieder und fühle mich wohl mit meiner Entscheidung als Individuum mein Leben zu leben.

Ich bin nicht perfekt, ich habe meine Macken und wie jede Frau habe auch ich immer mal wieder etwas an meiner Optik auszusetzen, aber ich lerne jeden Tag aufs neue mich damit abzufinden.


Mein denken und meine Ansichten sind oft nicht die selben meiner Mitmenschen, aber auch das ist okay.

Denn das wichtigste ist das man sich selbst treu bleibt und seinem gegenüber Respekt und Verständnis entgegen bringt, auch wenn man einer anderen Meinung ist.