Sechs Wochen Portugal im Camper und warum die Planung für mich schon Teil der Reise ist
- Naila S.

- vor 4 Tagen
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Ich war schon einige Male in Portugal unterwegs und jedes Mal bleibt dieses Gefühl, dass ich noch lange nicht fertig bin mit diesem Land. Portugal steht für mich in Europa ganz weit oben. Ich mag die Kultur, ich mag die Mentalität und ich liebe diese Vielfalt, die man auf so wenig Fläche findet. Genau deshalb war für mich relativ schnell klar, dass es 2026 wieder nach Portugal geht.
Diesmal nicht nur kurz, sondern richtig. Sechs Wochen. Mit dem Camper. Ab März. Mit allem, was dazugehört.

Gerade stecke ich mitten in der Planung und ich liebe genau diese Phase. Dieses Sammeln, dieses Überlegen, dieses Gefühl von noch ist alles offen. Routen entstehen, verschwinden wieder, verändern sich. Noch ist nichts final. Ob ich über Nordspanien fahre oder unten rum über Barcelona, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Aktuell zieht es mich eher Richtung Süden, einfach weil es dort früher warm ist und sich das Leben schon mehr draußen abspielt.
Die grobe Idee ist, über Barcelona, Malaga und Marbella nach Portugal zu fahren, dort einige Wochen zu verbringen und dann an der Küste entlang langsam nach oben zu reisen, um über Nordspanien wieder zurück nach Deutschland zu kommen. Ein großer Kreis, ohne Druck und ohne feste Vorgaben.
In Portugal selbst habe ich aktuell schon über 120 Markierungen in Google Maps gespeichert. Stellplätze, Restaurants, Orte, Strandabschnitte. Für mich ist das Vorbereitung. Ich möchte mir Optionen schaffen und unterwegs frei entscheiden können.

Dieses Freiheitsgefühl ist auch der Grund, warum ich so gerne mit dem Camper unterwegs bin.
Reisen mit Camper, Tieren und dem richtigen Maß an Luxus
Wie die meisten von euch wissen, reise ich nicht ausschließlich mit dem Camper oder Wohnmobil. Rucksackreisen und Fernreisen gehören genauso dazu. Wenn ich mich für den Camper entscheide, dann ganz bewusst. Sechs Wochen auf engem Raum können wunderschön sein, aber nur dann, wenn man sich wirklich wohlfühlt.
Deshalb nehme ich mir meinen eigenen Luxus mit. Nicht übertrieben, sondern so, dass der Alltag unterwegs entspannt bleibt.
Mein Morgen beginnt mit Cappuccino
Ein guter Morgen entscheidet für mich oft darüber, wie sich der ganze Tag anfühlt. Dazu gehört ganz klar ein richtig guter Cappuccino direkt nach dem Aufstehen.

Aus diesem Grund habe ich mir eine kleine Siebträgermaschine von der DeLonghi gekauft, die sich während der Fahrt gut verstauen lässt. Ergänzt wird sie durch einen separaten Milchaufschäumer.
Diese kleinen Routinen machen unterwegs einen riesigen Unterschied.
Ordnung als Ruhepol
Damit diese Routinen funktionieren, brauche ich Ordnung. Alles hat seinen festen Platz. Ein Griff, alles da, danach wieder zurück. Wer schon einmal mit dem Camper unterwegs war, weiß, wie schnell auf kleinem Raum Chaos entsteht. Für mich ist Unordnung purer Stress. Ordnung dagegen beruhigt mich sofort.
Dieses Gefühl zieht sich durch den gesamten Camper.
Küche ist für mich mehr als nur Kochen
Die Küche spielt für mich im Camper eine große Rolle. Am Anfang habe ich einfach mein normales Geschirr von zu Hause mitgenommen. Das hat nur so mittelgut funktioniert, weil sich während der Fahrt doch immer wieder etwas bewegt. Kleine Macken und Schrammen waren die Folge.
Irgendwann habe ich komplett umstrukturiert und mir hochwertiges Campergeschirr gekauft. Kein Plastik, sondern stabiles Material, spülmaschinengeeignet und trotzdem schön genug für einen gedeckten Tisch.
Auch bei Gläsern mache ich keine Abstriche. Abends ein kleines Glas Aperol vor dem Wohnmobil gehört für mich dazu.

Dafür habe ich mir kratzfeste und bruchsichere Gläser geholt. Kerzen sind ebenfalls immer dabei, weil sie abends draußen sofort für eine andere Stimmung sorgen.
Der Omnia Backofen und warum er bei mir immer dabei ist
Weil mir gutes Essen so wichtig ist, gehört der Omnia Camping Backofen fest zu meiner Ausstattung.

Anfangs war ich skeptisch, ob er wirklich einen normalen Backofen ersetzen kann. Inzwischen weiß ich, dass das problemlos funktioniert.
Es gibt verschiedene Einsätze, zum Beispiel für Kuchen oder zum Aufbacken von Brötchen. Ich habe darin schon Backofenkartoffeln gemacht, Aufläufe zubereitet und Kuchen gebacken.
Kochen im Camper ohne Kompromisse
Grundsätzlich verzichte ich im Camperurlaub nicht auf gutes Essen.

Morgens gibt es bei mir oft Pancakes aus der Pfanne. Selbst Pizza in der Pfanne hat erstaunlich gut funktioniert.

Kochen gehört für mich unterwegs einfach dazu und ist kein notwendiges Übel, sondern Teil des Tages.
Beauty, Kleidung und entspannt reisen mit Zöliakie
Ein weiterer großer Vorteil am Camperreisen ist für mich, dass ich mehr von meinen Sachen mitnehmen kann. Ich bin ein kleiner Beauty Junkie und kenne den Stress von Rucksackreisen nur zu gut. Gerade ohne Check in Gepäck wird das schnell zur Herausforderung. Was bleibt zu Hause, was fülle ich um, worauf verzichte ich diesmal.
Ich möchte unterwegs ungern auf meine Produkte verzichten. Also fange ich an, alles umzufüllen. Kleine Sachets, Mini Fläschchen, viel Aufwand. Dieser Stress fällt im Camper komplett weg. Ich kann meine ganz normalen Pflegeprodukte mitnehmen, ohne Umfüllen und ohne Druck.
Genauso entspannt ist für mich das Reisen mit Zöliakie. Ich nehme mir immer einen kleinen Vorrat an glutenfreien Produkten von zu Hause mit, einfach um entspannt zu bleiben. Portugal ist hier wirklich großartig. Genau wie Italien und Spanien ist es ein Land, in dem man mit Zöliakie sehr gut reisen kann.
Gemütlichkeit entsteht im Detail
Optik macht für mich einen großen Unterschied. Deshalb habe ich immer eine Überwurfdecke fürs Bett dabei und zwei Dekokissen. Morgens wird das Bett gemacht, die Decke drübergelegt und die Kissen platziert. Alles wirkt sofort ruhiger und ordentlicher.
In der Küche arbeite ich zusätzlich mit Aufbewahrungsdosen für geöffnete Lebensmittel. Auch der Kühlschrank ist bei mir organisiert mit kleinen Kistchen und Dosen. Ich mag es, wenn ich alles auf einen Blick sehe.
Kleine Extras für entspannte Abende
Was es für mich noch gemütlicher macht, sind kleine Extras. Lichterketten oder LED Lichter sorgen abends für eine warme Stimmung. Wenn ich länger an einem Ort bleibe, gehört auch eine Häng
ematte dazu. Sie braucht kaum Platz und macht das Draußensein entspannter.
Unterwegs mit Tieren und worauf ich bei Stellplätzen achte
Da meine Tiere immer mit dabei sind, spielt die Auswahl der Stellplätze für mich eine große Rolle. Ich schaue mir im Vorfeld genau an, wie ein Stellplatz gelegen ist. Mir ist wichtig, dass es viel Grünfläche gibt und dass die Camper oder Wohnmobile nicht extrem dicht an dicht stehen.
Sehr familienfreundliche Stellplätze mit Pool und viel Trubel lasse ich bewusst außen vor. Ich bevorzuge ruhige Plätze, gerne am Strand oder am Wald, wo die Tiere auch laufen können.
Der Ablauf ist bei uns fast immer gleich. Wir kommen an, stellen das Wohnmobil ab, machen alles fertig und dann geht die Tür auf. Die Katzen rennen raus und schauen sich um. Sie sind Hauskatzen, aber sie kennen das Draußensein. Sie sind seit klein auf mit dem Camper unterwegs und Urlaub gehört für sie einfach dazu.


Sie drehen ihre Runde, erkunden die Umgebung und kommen wieder zurück. Trotzdem tragen beide ein Halsband mit Ortung. Das ist für mein eigenes Sicherheitsgefühl. Ich sehe, wo sie sind und könnte das Signal auch aktivieren.
Bis jetzt ist immer alles gut gelaufen und ich gehe weiterhin so mit der Situation um und bleibe positiv.
Autark unterwegs und Sicherheit auf Reisen
Komplett autark bin ich unterwegs nicht. Das liegt auch daran, dass es ein gemietetes Wohnmobil ist und ich kein Solar auf dem Dach habe. Gas habe ich natürlich und damit funktioniert vieles sehr gut. Kochen ist kein Problem und auch Kaffee geht.
Ohne Strom gibt es allerdings keinen perfekten Cappuccino aus der Siebträgermaschine, sondern Kaffee aus der Kaffetière auf dem Herd. Ohne Milchschaum. Funktioniert, ist okay, fühlt sich für mich morgens aber nicht ganz optimal an (Luxusprobleme 😊)
Zwischendurch stehen wir auch ohne Strom, aber eher punktuell. In der Regel suchen wir Stellplätze, auf denen es zumindest Strom gibt. Das müssen keine Plätze mit großer Ausstattung sein. Oft stehen wir mitten im Grünen, mit Toilette, Dusche und Strom. Das reicht für eine Nacht völlig aus.

Wasser haben wir natürlich dabei, der Tank muss aber zwischendurch aufgefüllt werden. Das gehört einfach dazu und wird bei der Routenplanung mitgedacht.
Ein Punkt, über den ich mir immer Gedanken mache, ist Sicherheit. Ich hatte bisher nur eine negative Erfahrung und die war in Italien. Wir hatten zwei Fahrräder hinten auf dem Gepäckträger. Beide waren mehrfach gesichert und trotzdem wurde uns mitten am Tag auf einem öffentlichen Parkplatz eines davon geklaut, (das teurere).
Ansonsten sind wir bisher verschont geblieben. Ich informiere mich im Vorfeld sehr genau, welche Gegenden als sicher gelten und welche Städte man mit dem Camper besser meidet. Das gibt mir ein gutes Gefühl unterwegs.
Wie ich mich auf so eine Reise vorbereite
Für mich beginnt so eine Reise immer mit einem Ort. Ich habe ein Ziel im Kopf. In diesem Fall Portugal. Erst dann setze ich mich wirklich an die Planung. Nicht, um alles festzulegen, sondern um vorbereitet zu sein.
Ich durchforste Portugal und speichere alles, was mich anspricht. Orte, Strandabschnitte, Gegenden. Parallel schaue ich mir glutenfreie Restaurants an, einfach damit ich vor Ort spontan entscheiden kann.
Auch Stellplätze suche ich mir im Vorfeld raus. Nicht, um sie alle anzufahren, sondern um Optionen zu haben.
Meine Google Maps Planung
Google Maps ist für mich das wichtigste Tool bei der Vorbereitung. Ich markiere mir Stellplätze, Orte, Restaurants und alles, was für mich grundsätzlich in Frage kommt. Viele Markierungen werde ich am Ende nicht nutzen.
Mir ist wichtig, dass ich unterwegs nicht suchen muss. Wenn wir einen Stellplatz brauchen, weiß ich sofort, wo ich schauen kann. Diese Zeit möchte ich lieber vor Ort genießen.
Deshalb mache ich diese Planung bewusst zu Hause. Unterwegs möchte ich spontan entscheiden können, ob ich weiterfahre, bleibe, essen gehe oder koche.
Ab dem 2. März starte ich dann los. Ab diesem Zeitpunkt wird das Wohnmobil gepackt und genau da nehme ich euch schon mit. Während der sechs Wochen in Portugal wird es hier wöchentlich Blogbeiträge geben, in denen ich meine Wochenfazit teile, erzähle, was ich erlebt habe, wo ich unterwegs war und natürlich auch Fotos einbinde. Ich gebe meine Erfahrungen weiter, teile Tipps aus dem Camperalltag, zeige Orte, die mich unterwegs begeistern, und schreibe darüber, was sich auf so einer Reise wirklich bewährt.
Ab März gibt es hier regelmäßig Einblicke von unterwegs für alle, die selbst mit dem Camper reisen, es planen oder einfach Lust haben, Portugal ein Stück mitzuerleben.



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